Letztes Drittel wird zum Verhängnis
Nach zwei Niederlagen – der klaren Klatsche gegen Aufsteiger Red Lions Frauenfeld und der hauchdünnen, schmerzhaften Niederlage gegen Leader Bülach Floorball – reiste der UHC Laupen mit einer Mischung aus Trotz, Motivation und Wiedergutmachungswillen nach Widnau. Das 8:7 aus dem Hinspiel hatte gezeigt, dass wir die Gators schlagen können.Genau dieses Wissen sollte unser Fundament für eine Reaktion sein.
Von Beginn weg war spürbar, dass das Team etwas geradebiegen wollte. Die Energie war hoch, die Kommunikation klar, der Wille unübersehbar. Doch die Partie begann denkbar bitter: Zwei schnelle Gegentreffer brachen den Rhythmus, den wir eigentlich diktieren wollten. Paus und Hunziker trafen innerhalb einer Minute und rissen uns aus dem eigenen Aufbau heraus. Trotzdem fiel die Mannschaft nicht auseinander – im Gegenteil, wir blieben stabil, fanden ins Spiel und zeigten eine Präsenz, die nach den letzten Resultaten nicht selbstverständlich war.
Im zweiten Drittel folgte der nächste Tiefschlag, als die Gators innert kurzer Zeit auf 0:4 stellten. Aber Laupen zeigte diesmal Moral. Silvan Weber (ehemaliger Herren 1 Spieler aktuell im Herren 2 wurde aufgeboten aufgrund eines zu dünnen Kaders) verwertete einen stark gespielten Angriff zum 1:4, ein deutlicher Energie Boost. Der Glaube war sofort wieder da. Auch nach einem weiteren Gegentor arbeitete sich das Team zurück – Anton Aaltio traf auf Zuspiel von Lari Ylikarjula zum 2:5. Der Einsatz stimmte, die Körpersprache war positiv, die Unterstützung von der Bank lautstark. Bis zur zweiten Pause waren wir im Spiel. Trotz Rückstand fühlte man: Hier ist etwas möglich, und das trotz der schwierigen Vorgeschichte der letzten Wochen.
Im Schlussdrittel wollten wir genau dort weitermachen – vielleicht sogar mehr riskieren, um den Anschluss zu erzwingen. Wir rückten höher, pressten, suchten die Entscheidung, bevor sie uns entfiel. Doch genau diese Offensive brachte uns in die gefährliche Zone. Die Gators nutzten die offenen Räume mit einer Kaltblütigkeit, die beeindruckend war. Innerhalb weniger Minuten gelang ihnen fast jeder Konter. Zwischen der 49. und 59. Minute fielen sieben Gegentore – eine Phase, in der das Spiel endgültig kippte.
Pascal Luginbühl markierte zwar das 3:7 und zeigte damit, dass wir uns niemals ergeben, doch am Ende stand ein schmerzhaftes 3:12.
Und trotzdem – das Resultat erzählt nicht die ganze Geschichte. Über 40 Minuten waren wir da, präsent, mutig, entschlossen. Wir hatten Chancen, wir hatten gute Momente, und wir wollten eine klare Reaktion auf die beiden Niederlagen zuvor zeigen was leider gegen diese kaltblütigen und verdientermassen Siegreichen Gators nicht gelang.
Die letzten 20 Minuten dürfen nicht darüber bestimmen, wer wir sind oder wohin wir wollen. Dieses Team hat Herz, Qualität und Widerstandskraft. Die Entwicklung ist sichtbar – auch wenn der Lohn diesmal ausblieb.
Jetzt heisst es: weiterarbeiten, weiterglauben, weitermachen. Das nächste Spiel bestreiten die Herren am Samstag, 29.11.2025 gegen Floorball Uri um 20:00 in der heimischen Elba.
Unihockey Rheintal Gators – UHC Laupen ZH 12:3 (2:0, 3:2, 7:1)
Aegeten, Widnau. 350 Zuschauer. SR Ledergerber/Staub.
Tore: 16. L. Paus (P. Frei) 1:0. 17. M. Hunziker (C. Siegrist) 2:0. 22. N. Steiger (L. Veltsmid) 3:0. 23. L. Paus (N. Wyss) 4:0. 24. S. Weber (S. Wenger) 4:1. 27. C. Siegrist (L. Paus) 5:1. 33. A. Aaltio (L. Ylikarjula) 5:2. 49. C. Siegrist (N. Wyss) 6:2. 52. C. Siegrist (C. Fässler) 7:2. 53. P. Luginbühl (A. Gahlert) 7:3. 54. L. Paus 8:3. 56. N. Lüchinger (C. Siegrist) 9:3. 57. C. Fässler 10:3. 58. O. Hlinovský (R. Hunziker) 11:3. 59. R. Ryser (C. Fässler) 12:3.
Strafen: keine Strafen gegen Gators. 1mal 2 Minuten gegen UHC Laupen ZH.