Wichtiger und nötiger Sieg

| Spielbericht

Als Tabellenletzte und vor allem auch als einziges Team mit 0 Punkten, gab es gegen den Aufsteiger Wil keine Ausreden mehr, die eine Niederlage entschuldigt hätten. Wir waren uns dessen bewusst und fühlten uns bereit, heute nicht nur mit 3 Punkten nach Hause zu gehen, sondern auch noch unser Torverhältnis aufzubessern.

Wir starteten beobachtend ins erste Drittel, machten nicht gross Druck und liessen den Gegner etwas herankommen. Bald merkten wir aber, dass die Wilerinnen nicht viel aus dem Platz, den wir ihnen liessen, machten und wir begannen sie mehr zu stören. Dies war sehr effizient, da sich unsere Gegnerinnen dadurch sehr leicht aus der Ruhe bringen liessen und viele Bälle nahe bei ihrem eigenen Tor an uns verloren. So entstanden viele Chancen, die wir natürlich wieder im Verhältnis zu unserer gewohnten Chancenauswertung verwerteten. Da es aber einfach so unglaublich viele Chancen waren, führten wir doch schon nach weniger als einem Drittel mit 4 Toren Vorsprung. Geschossen hatten diese Sina Hofmann, Klara Schermann, Rebecca Vontobel und Livia Altwegg.

Es war klar, dass wir in den restlichen 40 Minuten nicht mehr so leichtes Spiel haben würden, da Wil jetzt wohl eine andere Taktik auspacken würde, um diesem Schützenfest schnellstmöglich ein Ende zu bereiten. So merkten wir gleich nach Wiederaufnahme des Spiels, dass sie sehr nahe aufrückten, teilweise hinter unserem Tor Druck machten und auch nahe bei den Flügeln standen. Das Auslösen wurde somit erheblich schwieriger. Die Wilerinnen wurden jetzt auch angriffiger und konnten nach kurzer Zeit ein erstes Tor verbuchen. Doch dann konnten wir uns wieder mehr Platz verschaffen, liessen den Ball schneller laufen und nach nicht allzu langer Zeit, konnte Romina Widmer unseren 4-Tore-Vorsprung wieder herstellen. Dieses Tor verschaffte uns neue Motivation und bis Drittelsende bauten wir unseren Vorsprung noch klarer aus durch ein weiteres Tor von Romina Widmer und einem von Melanie Cathrein. Unsere Aktionen auf dem Feld waren heute endlich im Einklang mit den von uns gesteckten Zielen.

Wir waren gespannt, wie Wil im letzten Drittel spielen würde. Kurz nach dem Wiederanpfiff merkten wir schon, dass unsere Gegner noch ganz andere Mittel hatten zu kämpfen. Das Spiel wurde immer gehässiger und emotionaler. Es wurde viel gefoult und statt dass wir einfach versuchten, mit unserer guten Leistung weiterzumachen, liessen wir uns auf die Provokationen ein, liessen uns aus der Ruhe bringen, foulten zurück und machten zudem plötzlich viele Fehler. Im Angriff unsererseits lief gar nicht mehr viel und im Gegenzug machten die Wilerinnen viel Druck. Wil konnte dieses letzte Drittel mit 2:0 für sich entscheiden und nach dem Schlusspfiff gingen wir trotz Sieg mit gemischten Gefühlen vom Platz. Hätten wir nicht einen so grossen Vorsprung ausgearbeitet dann hätten wir unter Umständen diesen Match nur wegen unserer eigenen Demoralisierung verlieren können.
Jetzt schauen wir aber wieder motiviert voraus in die Nati-Pause und auf die Spiele danach. Wir haben jetzt drei Wochen Zeit um an unseren Schwächen zu feilen und werden dann gut vorbereitet für den Match gegen den anderen Aufsteiger Appenzell in Appenzell bereit stehen.

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